Di

01

Jun

2010

Rhabarber im Geschmackstest

Zu Beginn der Testreihe versammelt Norbert Fischbach seine Gäste um sich und verteilt an jeden ein rohes Stück Rhabarber. »Wenn man ein Nahrungsmittel untersucht, gilt es zuerst einmal herauszufinden, wie es schmeckt, denn es wird später darum gehen, den Eigengeschmack zu intensivieren.«

Alle probieren gerne. Die Meinung ist einhellig: sauer. Aber sauer ist nicht gleich sauer. Die Färbungen des Stiels geben Aufschluss über das Aroma. Sind Fruchtfleisch und Stängel gleichermaßen grün, können sich die Zungenrezeptoren auf ein sehr saures Erlebnis gefasst machen. Ein roter Stiel mit grünem Fruchtfleisch schmeckt leicht herb, und ein rotstieliges Exemplar mit weiß-rotem Fruchtfleisch ist eher mild mit leichtem Himbeeraroma.

Neuer Bezug zu Altbekanntem

 

Schon 2 700 v. Chr. war Rhabarber in China als Heilpflanze bekannt. Seine Wurzeln wurden zur Förderung der Verdauung und als mildes Abführmittel eingesetzt. Über Russland kam die Pflanze im 16. Jahrhundert nach Europa. Aber erst vor 250 Jahren hat man in England ihren kulinarischen Wert entdeckt. Bis in die 1960er Jahre war Rhabarber auch in Deutschland sehr beliebt, bis ihn südländische Früchte von den Marktständen verdrängten. Heute ist er wieder im Trend, genau wie andere heimische Gemüsesorten, die nicht erst auf langen Transportwegen in die Läden gebracht werden müssen. »Die Gesellschaft ist im Begriff, ihren Lebensstil zu ändern, Gesundheit und Nachhaltigkeit sind aktuelle Themen, das beeinflusst auch den Bezug der Leute zu den Nahrungsmitteln«, führt Norbert Fischbach an, »deshalb haben wir uns für Rhabarber als typisches Frühlingsgemüse entschieden.«

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